Würselen, 20. November 2008
Die Stadt Würselen richtet in bundesweit einmaliger Aktion Notebook-Klassen in Schulen ein
Wenn Lehrer „Lemmon“ lernen
Unter dem Schlagwort „Lemmon“ – für „Lernen mit modernen Medien online“ – starten in Bälde die Würselener Notebookklassen. Doch vorher bereiten die Lehrer der elf Schulen entsprechende Konzepte und den richtigen Umgang mit den neuen Unterrichtsmaterialien vor. Kürzlich war es für die Pädagogen der Katholischen Grundschule und der Gemeinschaftsgrundschule Neussen soweit.
„Dank der „Lemmon“-Laptops stehen uns künftig jederzeit einsetzbare und transportable Rechner zur Verfügung“, freut sich Astrid Pagina, Schulleiterin der Katholischen Grundschule Schulstraße. Zwei Mal wöchentlich soll jede Klasse künftig am Notebook arbeiten. Damit das reibungslos klappt, drückt ihr Kollegium gemeinsam mit den Lehrern der Grundschule Linden-Neusen selbst noch mal die Schulbank: sie werden mit der Bedienung der Lernplattform IQ:On vertraut gemacht. So einfach und selbstverständlich wie das Blättern in einem Buch und das Schreiben an einer Tafel soll der Einsatz der Notebooks damit werden. Ob das gelingt? „Stellen Sie sich die einzelnen Menüpunkte des Programms einfach wie Ordner im Lehrerzimmer vor. Nur, dass Sie ab sofort keine Kopien mehr machen brauchen und jederzeit auch von Zuhause aus mit Ihren Unterlagen arbeiten können“, macht Schulungsleiter Christoph Klimmek von der Firma Conciety den 22 anwesenden Pädagogen den Mund wässrig.
Kichern, Staunen und aufgeregtes Diskutieren dringt aus allen Ecken des Klassenzimmers, als eine neue Option ausprobiert wird. „Pssst“, zischt es tadelnd von vorne, und sofort sind alle Augen wieder auf Klimmek gerichtet. Der zeigt den Lehrern, wie man mit ein paar Mausclicks via Notebook Filme vorführen kann. Videorecorder, Fernseher oder Beamer? Dank „Lemmon“ braucht es das bald nicht mehr. „Eine super Sache. Ich sehe bislang nur Vorteile in der Arbeit mit den Rechnern“, strahlt Lehrerin Nicole Bocks. Ihr steht die Vorfreude auf die Arbeit in den Notebook-Klassen ins Gesicht geschrieben. Nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, wie viel Zeit und Kosten allein durch das Wegfallen von Kopien gespart wird.
Überhaupt: es wird viel gelacht, gerätselt und gestaunt während der Schulung. Doch Schritt für Schritt geht der Umgang mit IQ:On den Pädagogen besser von der Hand. Als es nach drei Stunden intensiver Arbeit zur Pause läutet, sind die Lehrer bereits um einiges schlauer. „Nicht nur für Schüler, auch für uns Pädagogen ist es wichtig, dass wir mit der modernen Technik umgehen können“, stellt Konrektorin Eva Collin fest. Sie überlegt deshalb, sich privat ebenfalls einen Laptop anzuschaffen.
Damit keiner den Überblick verliert, werden bei IQ:On wiederkehrende, übersichtliche Symbole verwendet. Ob Arbeitsblätter, didaktische Infos oder Tests – alle Dokumente können künftig nach einmaligem Hochladen für die gesamte Schule genutzt werden. Dabei obliegt es der Entscheidung der Lehrer, wer auf was Zugriff hat. Zu diesem Zweck bietet das Programm Sektionen für Schüler-, Lehrer- und Privatdateien, die so genannten „Bibliotheken“. Auch nach Jahrgangsstufe und Fach lassen sich die Materialien unterteilen. „Toll, dass man von zu Hause aus Folien und Texte für die Notebooks der gesamten Klasse vorbereiten kann“, findet Lehrer Lars Kellermann. Auch seine Kollegin Sigrid Antons ist von der Schulung angetan: „Obwohl ich mich an das Touchpad erst noch gewöhnen muss“, wie sie lachend gesteht.
Dann vertiefen sich alle wieder in die Anzeigen auf den Bildschirmen. Es gilt, einzelne Dokumente der passenden Fachrichtung zuzuordnen. „Wieso ist das denn jetzt grün“, tönt es da fragend aus einer Ecke. Doch schon im nächsten Moment kommt die Erkenntnis. „Ach, na klar – ich hab’s ja in die Schülerbibliothek gezogen.“ Am Eifer der Lehrer also wird es bei „Lemmon“ nicht mangeln. Die Einführungsveranstaltung hat sich in jedem Fall gelohnt. Und nach Abschluss der Schulungen startet dann auch der heiß ersehnte Unterricht für die Schüler. Noch wenige Tage – und Würselen ist „um Notebook-Klassen besser“.
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